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Glanzpunkt der für den Ludwig-Kanal errichteten Kunstbauten war der 1841 fertig gestellte Brückkanal über die Schwarzach.

Die 90 Meter lange Konstruktion aus Sandsteinquadern überspannt mit einem Bogen von knapp fünfzehn Metern in 17,5 Meter Höhe das Flusstal. Aber das beeindruckende Beispiel der Ingenieurskunst war, wenn nicht auf Sand, so aus toniger Erde gebaut. Mit ihr hatte man auf der Südseite den Raum zwischen den Flügelmauern verfüllt. Nach der ersten Wasserung des Kanals 1843 quoll sie auf und drohte, die Außenmauern zu sprengen. Der Bau musste 1844 größtenteils abgetragen und neu aufgebaut werden. Nun ließ man das Innere der Brücke hohl und schloss die Widerlager mit leeren Gewölben ab. Zur Vermeidung von Schäden durch Eisgang wurde das Eis im Winter händisch zerstückelt. Seit 2013 verhindert eine Druckbelüftung das Zufrieren.

Auch wenn der Kanal in erster Linie ein 173 Kilometer langes Erdbauwerk ist, sind an ihm – wie Perlen an einer Kette – eine Fülle teils aufwändiger Kunstbauten aufge-reiht. 100 Schleusenkammern mussten gebaut werden, 69 Schleusen- und Kanal-wärterhäuser, knapp 100 Brücken und sieben Hafenanlagen mit Lagerhäusern und Kränen. Herausragende Bauleistungen waren die zehn Brückkanäle (heute: Kanal-brücken), mit denen der Kanal über Flüsse, Straßen und Einschnitte geführt wurde. Ursprünglich waren 13 geplant, jedoch ersetzte man die drei größten aus Kosten-gründen durch hohe Erddämme. Heute sind nur noch die zwei nahe beieinander lie-genden Brückkanäle - hier über die Schwarzach und etwas weiter westlich über den Gauchsbach - sowie der Brückkanal über eine kleine Straße bei Beilngries erhalten.

Kanalgeschichten

Figuren Brückkanal

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