Schwarzenbach/Burgthann (Lkr. Nürnberger Land). Mit einer Fahrt auf dem Treidelschiff Elfriede begann das Jahrestreffen des Arbeitskreises Erlebnis Kanal. Zum 180jährigen Jubiläum des Ludwigkanals hatte Petra Hofmann vom Nürnberger Land Tourismus Vertreterinnen und Vertreter von Tourismus und Wasserwirtschaft nach Schwarzenbach eingeladen. Sie alle verbindet die 172 km lange historische Wasserstraße.

Auf dem historischen Treidelschiff Elfriede – gezogen mit einer Pferdestärke vom Kaltblüter Fritz vom Landgasthof und Kutschbetrieb „Zum Ross“ in Hausheim – berichtete Roman Frank wissenswertes über den alten Kanal. Beispielsweise, dass für den höchstgelegenen Kanal Europas 100 Schleusen und 117 Brücken gebaut wurden. Er stellte die erste Treidel-Kapitänin auf der Elfriede vor: Csilla Buskas.

Ohne Wasser kein Kanal

Für die 172 Kilometer von Kelheim an der Donau bis Bamberg an der Regnitz benötigte ein Treidelschiff früher etwa 5 Tage. Gefahren werden durfte nur tagsüber von 6 Uhr morgens bis 20 Uhr abends. Das hatte seinen Grund nicht nur in den Arbeitszeiten der Schleusenwärter, die teilweise mehrere Schleusen bedienen mussten.

Über Nacht musste erst wieder Wasser in die sogenannte Scheitelhaltung – also den höchsten Abschnitt des Kanals – zufließen. Denn mit jeder Schleusung fließt Wasser zu beiden Seiten der Scheitelhaltung talwärts. Die Trockenheit und Hitze in diesem Jahr waren so extrem, dass die drei wichtigen Leitgräben für die Wasserzuführung zum Kanal zum Teil trockengefallen sind. Das hat dazu geführt, dass der Wasserstand im Kanal bei Mühlhausen für das zweite Treidelschiff– die Alma Viktoria – zu niedrig war.

Streuobstbäume und Radtouren als wichtige Themen

Durch das anschließende Treffen im Gasthaus „Zum Ludwigskanal“ führte Christine Riel vom Tourismusbüro des Landkreises Neumarkt i.d.OPf. Sie berichtete, dass die Idee eines gemeinsamen Programms zum diesjährigen Kanaljubiläum sehr gut angekommen ist. Mit Themen-Radtouren, naturkundlichen Führungen, Ausstellungen, Schleusenfesten und Besichtigungen haben sich viele verschiedene Organisationen an dem Programm beteiligt.

Im September und Oktober 2026 stehen noch ein fototechnischer Spaziergang, Schleusenbesichtigungen am Main-Donau-Kanal und eine Obstbaum-Pflanzaktion des Landschaftspflegeverbandes Bamberg auf dem Programm.

Denn Obstbäume sind Teil des kulturhistorischen Erbes am Ludwigskanal. Zur Stabilisierung der Dämme und als Zusatzeinkommen für die Schleusenwärter wurden vor 180 Jahren zehntausende Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Zwetschgenbäume gepflanzt. Heute stehen deutlich weniger Bäume am Kanalufer, denn auch der Kanal ist nur mehr in Teilen vorhanden. Und die meisten Bäume sind irgendwann nachgepflanzt worden. Aber es sind vor allem zwischen Neumarkt und Dietfurt immer noch hunderte Bäume. Der Arbeitskreis Kanal hat sich vorgenommen, zum Thema Obstbäume am Kanal ein eigenes Treffen zu organisieren. Ansprechpartnerin dafür ist Dr. Anne Schmitt vom Flussparadies Franken. Alle Infos auch zum Jubiläumsprogram auf der Internetseite www.ludwig-donau-main-kanal.de

Mitglieder des Arbeitskreises Erlebnis Kanal auf dem Treidelschiff Elfriede in Schwarzenbach. Foto: Marius Hilpert