Südlich von Altendorf, unweit eines weithin sichtbaren Kiesbetriebes und bis zur Kläranlage bei Neuses an der Regnitz reichend, zweigt vom Main-Donau-Kanal ein nur unwesentlich schmäleres, annähernd stehendes Gewässer ab. Es handelt sich hierbei um den letzten noch wasserführenden Rest eines einst über acht Kilometer langen Stichkanals, der 1921/22 zur Versorgung des bei Strullendorf gelegenen Laufwasserkraftwerkes angelegt wurde.

Dieser sogenannte Werkkanal wurde nötig, da sich die Regnitz aufgrund ihres Gefälles zum Antrieb dieser damals als Großkraftwerk geltenden Anlage nicht unmittelbar eignete. Aus diesem Grund konzipierte der Planer des Projekts, der Bamberger Ingenieur Wilhelm Schmitz, einen 37 Meter breiten und 8,1 Kilometer langen Werkkanal, der bei Neuses von der Regnitz abgezweigt wurde, bis zum Kraftwerk bei Strullendorf führte und dort schließlich über drei mächtige Turbinen rund zehn Meter in die Tiefe stürzte. Dies entsprach dem natürlichen Gefälle der Regnitz auf der Strecke von Neuses nach Strullendorf – hier wurde es sozusagen geballt genutzt, weswegen der Werkkanal ein fast stehendes Gewässer war, das auf seiner gesamten Wegstrecke gerade einmal ein Gefälle von 35 Zentimetern aufwies. Mitte der sechziger Jahre ging der Werkkanal dann aber weitgehend im Main-Donau-Kanal auf, die Versorgung des Kraftwerks wurde von nun an durch die neue Großschifffahrtsstraße gewährleistet, erhalten blieb von dem einst so aufwendig projektierten Wasserlauf einzig eben jenes Teilstück bei Altendorf, das als technisches Denkmal aus den 1920er Jahren allerdings immer noch einen Besuch lohnt.

Lage

Unmittelbar am RegnitzRadweg und am Sieben-Flüsse-Wanderweg gelegen. Nicht mit dem Auto zu erreichen. Parkmöglichkeiten am Sportgelände der Kanalbrücke bei Altendorf.

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Werkkanal bei Altendorf. Foto: Andreas Hub/Flussparadies Franken

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Info-Adresse

Wasserwirtschaftamt Kronach
Kulmbacher Straße 15
96317 Kronach
Tel.: 09261 502-0